Interview FAZ

Bald gibt es hier keinen mehr, der das Licht anmacht.


FAZ: Herr Eckart, zwei Inszenierungen, die zum Theatertreffen 2019 eingeladen waren, können im Berliner Haus der Festspiele nicht gezeigt werden, weil Transport und Einrichtung der Bühnenbilder zeitlich und personell zu aufwendig gewesen wären. Kapituliert die Technik vor der Ausstattungskunst? Oder sind diese Bühnenbildner ein bißchen übergeschnappt?

HE: Weder noch. Ehrlich gesagt wundere ich mich ein bißchen, denn das Theatertreffen gibt es seit mehr als fünfzig Jahren, das Haus der Berliner Festspiele ist technisch saniert worden und die Größenordnungen der Ausstattungen heutzutage sind bekannt. Stress gibt es allerdings genug an den Häusern. Ich würde sogar sagen, unsere Theater befinden sich in einem verhängnisvollen Kreislauf, in dem sie durch hohe Zuschauerzahlen und enge Premierentaktung ständig ihre Existenzberechtigung unter Beweis stellen müssen. Das ist genauso unsinnig wie die Diskussion über Einschaltquoten beim Öffentlichen Rundfunk. Artikel 5 des Grundgesetzes bedeutet, ihr sollt Euch um Quote keinen Sorgen machen müssen, die Kunst, die Wissenschaft und die Presse sind frei. Es ist eben nicht die Aufgabe des Theaters, jeden Abend ausverkauft zu sein, auch wenn Politiker das gern als Rechtfertigung für ihre Zuschüsse so hätten. Die Diskussion über das Theater sollte eine ästhetische sein, nie eine über Quote.
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Aus technischen Gründen?

Vorstellungen werden gerne „aus technischen Gründen“ abgesagt. „Aha“, denkt der Laie, „da hat‘s mal wieder mit der Technik nicht geklappt. Deutsche Ingenieurskunst, eben.“ Read More…