Grausig

August 1st, 2018

Alle reden vom Internet 4.0, von KI, was die wenig charmante Abkürzung für „künstlicher Intelligenz“ ist oder von BOTs und Algorithmen.
Und wie immer reden alle davon, als wüssten sie, worum es geht. Wer aber wissen will, es sich anfühlt in einer Welt zu leben, in der alles - aber auch wirklich alles - von den Computern, Robotern und deren Software bestimmt wird, der lese dieses Buch. Nicht zum ersten Mal in der Geschichte des Fortschritts ist es gerade die Kunst und Literatur, die uns vielmehr zeigen kann, wohin die Reise geht, wenn blinder Fortschrittsglaube die Menschheit lenkt.
Das Schöne an diesem Buch ist, dass es auf sehr unterhaltsame Weise die unbarmherzige Knechtschaft der Algorithmen aufzeigt. Die Schilderungen bewegen sich dabei so genau auf jenem schmalen Grad, dass der Leser im Ungewissen bleibt, ob es sich um science-fiction handelt oder nicht doch eigentlich längst Gegenwart ist.
Das so eine Story, um sich nicht in einer Aneinanderreihung von apokalyptischen oder man sagt heute: dystopischen Ereignissen zu erschöpfen, hat der Autor erlaubt, dass es dann doch noch Liebe, Hoffnung, Romantik und Groteskes gibt.
So sind die 300 Seiten wunderbar zu lesen, um sich zu schütteln und dann unser Leben zu genießen, das (noch) nicht so geworden ist.