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Jeder erfindet irgendwann eine Geschichte, die er für sein Leben hält...


Gute Vorsätze müssen nicht immer gut überlegt sein

Mit dem Beginn eines neuen Jahres ist auch das Fassen guter Vorsätze zu einem allseits praktizierten Ritual geworden. Das dieser durchaus löbliche Brauch nicht immer den Gesetzen der Logik und Vernunft folgen muss, zeigt ein Beispiel der Deutschen Bahn.
Seit vielen Jahren nimmt sich das Unternehmen vor, seine Strecken zu modernisieren und für mehr Tempo und Pünktlichkeit zu sorgen. Über die Erfolge gehen die Meinung weit auseinander.
Für das Jahr 2022 hat die Bahn die Inbetriebnahme einer neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke angekündigt. Zwischen Stuttgart und Ulm sollen künftig die ICEs mit 250 km/h dahinbrausen und das noch bevor ein Ende der Baumaßnahmen des Jahrhundertprojektes Stuttgart 21 abzusehen ist. Ohne große Proteste hat die Bahn 10 Jahre an der 60 km langen Strecke zwischen Wendlingen am Neckar und Ulm gebaut. Baukosten rund vier Milliarden Euro, künftige Zeiteinsparung 15 Minuten.
Da sage nochmal einer, die Deutschen seien mutlos und hätten keine Visionen.
Statistisch betrachtet hat man an jedem Tag der zehn Jahre rund 1 Mio Euro verbaut und dabei 16,43 m Strecke gebaut. Ein Kilometer kostete 66,66 Mio Euro und für jede Minute der erhofften Zeiteeinsparung war man bereit 266 Mio Euro auszugeben.
Das Ganze funktioniert natürlich nur, wenn der Zug den Bahnhof Stuttgart pünktlich verlässt und zwischendurch kein Signal auf rot steht.
Alternativ hätte man natürlich auch einfach die bisherige Strecke weiter betreiben und jedem Fahrgast einen Kaffee spendieren können. Die 15 Minuten wären wie im Flug vergangen, zudem die alte Strecke mehr optische Reize bietet als die vielen Tunnelfahrten auf der neuen. Für die gleiche Summe hätte man bei einem Preis von 3,50€ pro Kaffee insgesamt 1,142 Milliarden Kaffeepötte (das sind 3,12 Mio pro Jahr) offerieren können.
Die Bahn hat sich anders entschieden. Vielleicht weil so viele Fahrgäste gar nicht in den Zügen Platz finden oder aber in der Chefetage des Unternehmens einfach anders gerechnet wird? Hoffen wir, das die guten Vorsätze dieses Mal in Erfüllung gehen.

Eine analoge Alternative im Digitalen

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Für alle die, die gelegentlich des Tippens und Wischens auf Bildschirmen und dem Hämmern auf Tastaturen, dem Mausklicken in den zahllosen Programmen, Apps usw, überdrüssig sind, die einfach nur mal schnell einen Gedanken skizzieren wollen, ohne mit Schrecken feststellen zu müssen, dass der Digital Pencil nur 10% Energieladung besitzt oder man bei Sonne auf dem Display nichts erkennen kann oder wie so oft, das Netz lahm wie zu Zeiten der Akustik-Koppler-Modems ist...für alle die gibt es Alternativen. Einfach mal wieder analog arbeiten, das Gefühl, einen Stift in der Hand zu halten, der physisch schreibt, manchmal sehnt man sich danach.

Wie steht es eigentlich um die eigene Handschrift? „Schönschreiben“ war früher mal ein Unterrichtsgegenstand in der Schule. Eine ausgeprägte Handschrift galt als persönliche Visitenkarte. Aber wenden wir uns eher den praktischen Dingen zu. Nichts geht schneller, einfacher und prägt sich unserem Gehirn besser ein, als eine selbstverfasste handschriftliche Notiz. Der Mensch hat den handschriftlichen Vorgang als perfekte Synchronisation von Denken und Handeln erfunden. Während man einen Satz schreibt, denkt das Gehirn über die Formulierung nach. Beim Tippen in die Tastatur klappt das irgendwie nicht, zu sehr sind wir von den Tippfehlern, Korrekturen, Optionen der Software, einem wackligen Netz, dem Absturz eines Programmes u.v.a abgelenkt.

Das gute alte Notizbuch
Die Moleskine-Bücher, so scheint es, haben vor einigen Jahren einen neuen Trend entfacht. Das gute alte Notizbuch. Tausende mehr oder weniger schöne Notizbücher kann man heute kaufen, sie fühlen sich gut an, sehen gut aus und viele Menschen nutzen sie, um persönliche Dinge zu notieren. Bleibt gelegentlich die Frage, wie man die Notizen in den Computer kriegt, sie als Mail verschicken kann oder in einer Präsentation eine gelungene Skizze, ein Scribble, verwenden? Die Geschichte der digitalen Stifte ist mehr als 10 Jahre alt. Angefangen hat es mit Lösungen von Logitech, Oxford. Eine Zeit lang erfreuten sich Livescribe Stifte einiger Beliebtheit. Geblieben ist NeoNotes mit seinem Smartpen, den es auch als Moleskine Stift zu kaufen gibt. Die meisten Lösungen nutzten das Annoto Verfahren, bei dem im Stift eine Kamera Mikropunkte auf dem Papier erkennt und die gezeichneten Linien als Vektorgrafiken speichert. Bei Neonotes funktioniert das inzwischen sehr gut. Via Bluetooth werden dann die Seiten und ganze Notizbücher in eine App übertragen, von wo aus sie weiter verwendet werden können. Das Verfahren hat aber auch mindestens zwei Nachteile: Bücher und Stifte sind teuer und die Akkus der Stifte müssen geladen sein. Der Smartpen von NeoNotes hat eine Micro-Usb Schnittstelle, was bedeutet, das man als iPad Nutzer außer dem Lighting oder USB-C Kabel noch ein Micro-Usb Kabel oder Adapter in der Tasche haben muss. In Kombination mit iPhone und Macbook ist die Tasche schnell voll alleine mit den Ladegeräten und Kabeln und Adaptern. Das Startup Rocketbook bietet eine schöne Alternative. Die erste Kampagne bei Kickstarter war ein überragender Erfolg, inzwischen hat Rocketbook nachgelegt und sich selbst übertroffen. Die Idee ist simpel: man schreibt mit einem gewöhnlichen Fineliner seine Notizen in ein Notizbuch oder -block. Ein leichter Stift, der keine 2$ kostet, nicht aufgeladen werden muss. Die Notizbücher sind eigentlich auch simpel. Keine teuren Microdot-Papers, sondern feine Seiten aus einem Kunstoff, der sich wie matt laminiertes Papier anfühlt. Das ist schon alles, Fast.
Zwei Besonderheiten machen Rocketbook zu einer praktischen Lösung.
1. Will man eine Seite digitalisieren, so genügt die Kamera des Smartphones und 1-7 Kreuzchen auf dem „Papier“. Mit dem Foto macht die Rpcketbook-App ein Dokument-Scan und verschickt die Seite(n) an eine oder mehrere von sieben ausgewählten Diensten. Das können sein iCloud, eMail-Adressen, Microsoft OneNote, Google Drive, Slack oder andere. Fertig. Handschrifterkennung gibt es auch und kann aktiviert werden, setzt allerdings eine wirklich ordentliche Handschrift voraus.
2. Rocketbooks kauft man nur einmal. Ist das Notizbuch voll, nimmt man ein feuchtes Mikrofasertuch (mitgeliefert) und wischt die Seite leer. Ja, kein Witz. Die Seiten lassen sich abwischen und sind wie neu. Viele Dinge haben sich dann ohnehin erledigt oder sind überholt und außerdem ein- oder mehrfach digital gespeichert. Rocketbooks sind nicht teurer als annoto-papers, aber man kauft sie nur ein einziges Mal. Es gibt verschieden Versionen, mit Kalender oder Todo Sytem oder einfach liniert und es gibt kleine Notizblöcke für die Westentasche.

Mit einem Rocket-Notizblock und einem Flixpen, die in jede Jacken- oder Handtache passen, ist man ohne ein elektronisches Gerät bestens ausgerüstet und kann ohne Netz, ohne Strom, in praller Sonne seine Gedanken notieren.
Später dann bringt man den Teil davon, den man dafür auswählt, via App ins Netz.
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mehr Infos hier everlast.getrocketbook.com oder fusion.getrocketbook.com
viel Spaß!
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